die wichtigste Zeit ist die Gegenwart/ der wichtigste Mensch ist der , der mir im Augenblick gegenübersteht/ Als dipl. KUNSTtherapeutin/ pädädagogin, Museums- & kt.Heilpädagogin möchte ich durch MALEN, Gestalten & Natur mit viel Vergnügen die Persönlichkeit stärken. Jedem Menschen! Allen Menschen! Ohne Unterschied
: Presseartikel im Südkurier + Villingen-Schwenningen
Foto u. Artikel von Uwe Spille
Quelle: Presseartikel im Südkurier + Villingen-Schwenningen
Der seit drei Jahren andauernde Krieg Assads gegen das eigene Volk in Syrien, die Verfolgung von Sinti und Roma in Mazedonien, gewalttätige Konflikt in Somalia – immer sind Menschen davon betroffen, die häufig keine andere Wahl haben als die Flucht aus der Heimat. Eine besondere Gruppe sind dabei unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Entweder wurden sie von ihren verzweifelten Eltern allein auf den Weg nach Europa geschickt oder sie wurden auf der Flucht von ihren Eltern getrennt, häufig sind sie die einzigen Überlebenden ihrer Familie.
Zurzeit leben etwa 10 000 Kinder und Jugendliche dieser Gruppe in Deutschland. Auch in Villingen-Schwenningen leben Menschen auf der Flucht, die Flüchtlingsstelle Refugio VS betreut sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Seit September bietet die Stelle für zehn junge Menschen, unter denen einige ohne Angehörige hier leben, ein Kunstprojekt an. Die Kunsttherapeutin Monika Broghammer ist dabei einmal pro Woche für eineinhalb Stunden in der Schwedendammstraße im Büro von Refugio und begleitet in dieser Zeit die Gruppe, deren Teilnehmer zwischen zwölf und 22 Jahre alt sind. Heute sind vor allem die älteren Teilnehmer erschienen, um gemeinsam mit Monika Broghammer ein neues Thema aufzugreifen.
„Sie sind sehr gewissenhaft in dem, was sie tun und völlig begeistert von unserem Projekt“, erläutert Broghammer. Diese Begeisterung hat auch ganz praktischen Niederschlag in der Beratungsstelle gefunden.
Denn in der Vorwoche haben die jungen Männer das Wartezimmer der Beratungsstelle gestrichen und künstlerisch neu gestaltet. Im Allgemeinen jedoch entstehen an diesen Nachmittagen immer auch Bilder und Werke, die von Therapeutin Susanne Schupp für die Arbeit in der Traumabewältigung genutzt werden können.
Neben Krieg und Gewalt und der Flucht vor dem Gräuel sind es auch Landschaftsbilder, die an diesen Tagen entstehen. Auf einem beispielsweise ist ein Dschungel zu sehen, die Erinnerung an Sri Lanka hat ein Mädchen hierbei festgehalten, aber auch die Berge der Türkei im Grenzgebiet zu Syrien sind verewigt. „Das Ganze ist durch die Doris-Leibinger-Stiftung finanziert“, erläutert Astrid Sterzel, die Geschäftsführerin des Vereins Refugio.
Im Februar soll dieses weitergeführt werden, ebenfalls mit der Kunsttherapeutin Broghammer, die einen sehr schnellen und intuitiven Zugang zu den teils schwer traumatisieren jungen Leuten findet, dann allerdings finanziert über den europäischen Flüchtlingsfond. „Ich will auch zukünftig viel über die Fantasie der Teilnehmer arbeiten“, so Broghammer. Interessant an dieser Tätigkeit ist laut Broghammer, wie sehr sich die jungen Leute an diesen Nachmittagen öffnen. „Ich sehe eine tolle sprachliche Entwicklung während der vergangenen Monate bei ihnen und auch die sozialen Kontakte bekomme ich mit. Sie wollen mittlerweile, dass ich ihnen auch etwas erzähle. Vor allem lassen ihre Ängste nach, hier nicht willkommen zu sein“, bringt es Broghammer auf den Punkt.
Susanne Schupp, die in der Stelle als Therapeutin arbeitet, zeigt sich ebenfalls beeindruckt vom Erfolg des Projekts. „Man merkt wirklich, wie ehrgeizig diese jungen Leute sind, die Chance, die sie hier bekommen auch zu nutzen. Sie kommen auch zu den Deutschkursen, die wir hier anbieten.“ Die entstandenen Bilder aus den Sitzungen mit Monika Broghammer sollen in einem Kunstkalender verewigt werden. „Der soll 2015 herauskommen, dazu sollen die Hintergrundgeschichten der Bilder erläutert werden“, erläutert Sterzel.